„Ohne Empathie geht’s nicht“: Lothar Hardebusch engagiert sich in der Arbeit mit Menschen mit ‪Beeinträchtigung‬

09.03.2016

Mit der Empathie hatte er es schon immer, denn ohne diese hätte er früher seine Arbeit im Vertrieb nicht so gut machen können. „Früher“ deshalb, weil Lothar Hardebusch schon seit vielen Jahren im Ruhestand ist. Obwohl dieses Wort für den Mann mit der ausstrahlenden Energie gar nicht zutrifft. „Das erste halbe Jahr war gut auszuhalten“, erinnert er sich. Aber dann sei es auch schon genug gewesen. „Ich war das einfach nicht gewohnt“, sagt der Mann, der schon immer gerne mit Menschen gearbeitete hatte. „Man muss einfach was an der Hand haben“, lacht er mit Schalk in den Augen. „Das war nicht nur der Leitspruch meines Vaters, das ist auch meiner.“

Und so machte sich der heute 76-Jährige vor 16 Jahren schlau, wo man sich denn ehrenamtlich einbringen könne. „Klar war, dass ich etwas im sozialen Bereich tun möchte“, erinnert er sich an die Anfänge. Und so meldetet sich der ‚junge dynamische Mann’ damals bei der Sozialen Hilfe, denn diese suchte Leute, die bei der Lüdenscheider Tafel mitarbeiten wollten. Dies war dann für 14 Jahre auch seine erste Station in Punkto Ehrenamt. Der Mann, der dort eigentlich nur fürs Grobe da sein wollte, wurde dann für acht Jahre deren 2. Vorsitzender.

Die zweite Station in ehrenamtlicher Hinsicht ist für Lothar Hardebusch mittlerweile nun schon seit zwei Jahren seine Tätigkeit im Verein Lebenshilfe ‪#‎Lüdenscheid‬. „Ich habe mich vorher genau informiert, was hier so möglich ist und mich dann für die Betreuung von Einzelpersonen entschieden“, erklärt er weiter. „In die Welt von Menschen mit Unterstützungsbedarfe zu schauen, das fordert mich“, sagt er ruhig. „Man muss an die Menschen ran. Da darf man keine Scheu haben, keine Vorurteile und keine Berührungsängste. Und man darf nicht werten, sondern den Menschen so nehmen, wie er ist.“ In der Einrichtung, in der er zweimal in der Woche ehrenamtlich tätig ist, leben 24 Menschen unterschiedlichen Alters. „Die legen dir auch schon einmal den Kopf an deine Schulter und strahlen dich einfach an“, erzählt Lothar Hardebusch weiter. „Wir spielen miteinander, gehen miteinander einkaufen. Und bei Fritten und Pommes wird erzählt. Auch das gehört dazu. Es sind oft Lebenssituationen die man sonst nicht kennt. Das ist eine andere Welt.“ Und ohne Empathie komme man da nicht hinein. „Man muss sich sicher sein, dass man diese ehrenamtliche Arbeit schafft“, da ist sich der Mann mit der jungen Ausstrahlung sicher.

Lothar Hardebusch blickt zufrieden, während er das sagt. „Es kommt soviel zurück von den Menschen, die etwas anders sind. Das macht mich stolz, wenn man denkt, dass ich einer von den Betreuern bin.“ Er zwinkert: „Dabei bin ich doch nur ein Ehrenamtler.“ Die Frage, was man selbst machen könne für die soziale Gemeinschaft, müsse ein jeder für sich selbst beantworten, sagt er noch. „Die Angebote sind heute so, dass für jeden etwas dabei ist. Ich wollte in eine soziale Einrichtung.“ Und dort ist er wöchentlich zwischen sechs und sieben Stunden, um sich um zwei Personen zu kümmern. Wenn gespielt wird, können es auch mehr sein. „Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass jemand verlässlich für sie da ist.“ Das Interesse an den Menschen leuchtet aus den Augen des Lothar Hardebusch: „Man kann von ihnen lernen, wie leicht es ist, glücklich zu sein.“ Und genau dies sei wichtig für den Mann, der auf der einen Seite feste Regeln hat und auf der anderen Seite auch ein wenig „herrlich verrückt“ ist.

Text und Bild: Lüdenscheider Nachrichten

Ehrebamt bei der Lebenshilfe Lüdenscheid
Ehrebamt bei der Lebenshilfe Lüdenscheid

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