Landtagsabgeordnete Inge Blask besucht Frühförderstelle der Lebenshilfe in Plettenberg
24.05.2016
"Unsere Einrichtung platzt aus allen Nähten, genau deshalb sind wir auch froh, dass wir hier im Dietrich-Bonhoeffer-Haus Räumlichkeiten zur Verfügung haben, die wir nutzen können", freut sich Sarah Bauermeister, Bereichsleiterin der Lebenshilfe Lüdenscheid. Sie spricht von der Frühförderstelle der Lebenshilfe Lüdenscheid, die insgesamt um die 70 Kinder in Plettenberg besuchen.
Die Plettenberger Einrichtung ist eine Zweigstelle der Lebenshilfe Lüdenscheid. Insgesamt gibt es weitere Partnerstellen in Neuenrade und Kierspe.
Die Frühförderstelle der Lebenshilfe Lüdenscheid ist Anlaufstelle für alle Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen. Beispielsweise spricht sie Kinder an, die in ihrer Entwicklung verzögert sind, die wenig oder gar nicht sprechen, die wenig Interesse am Spielen zeigen, die unsicher in ihrer Bewegung sind oder einfach im Verhalten Auffälligkeiten zeigen. Auch Kinder mit Beeinträchtigung werden in der Einrichtung gefördert.
Die SPD-Landtagsabgeordnete, Inge Blask, war zu Gast bei Sarah Bauermeister und Sven Sieburg (Mitglied des hauptamtlichen Vorstandes der Lebenshilfe), um sich vor Ort in Plettenberg über die Einrichtung zu informieren. Dabei hatte sie einige Fragen mit im Gepäck. Besonders interessierte sie die mobile Frühförderung. "Man liest und hört immer mehr über die Förderung direkt in der Lebenswelt der betroffenen Kinder, wie dem Kindergarten. Ist das bei Ihnen auch ein Thema?" Sarah Bauermeister erklärt, dass die mobile Förderung ein "Riesenthema" sei, aber nicht optimal laufen würde, da so eine Art der Förderung viele Kosten aufwerfen würde, die schwierig zu tragen seien. Sie ist sich aber dennoch sicher, dass gerade diese Art der Frühförderung sehr wichtig sei. "Wir wollen in den direkten Lebenswelten mit den Kindern arbeiten und nicht hinter verschlossener Tür. Das ist nicht mehr zeitgemäß", betont sie noch einmal im Gespräch mit der Landtagsabgeordneten.
Neben der heilpädagogischen Frühförderung gibt es bei der Lebenshilfe Lüdenscheid zusätzlich die interdisziplinäre Frühförderung. Dabei geht es größtenteils um medizinische, therapeutische und heilpädagogische Diagnostik. Neben der Beratung und Begleitung der Eltern geht es aber auch um Therapien wir Physiotherapie, Logopädie oder Ergotherapie. "Wir freuen uns, dass die interdisziplinäre Säule bei uns im Kreis fest zur Frühförderung mit dazugehört. In Nachbarkreisen gibt es bis jetzt in der Frühförderung ausschließlich die heilpädagogische Komponente", erklärt Bauermeister. In einer Frühförderung werden Kinder zwischen einem halben und etwa fünf bis sechs Jahren betreut. Meistens bis zum Schuleintritt.
Inge Blask hatte aus eigenem Interesse die Einrichtung besucht. Getreu des SPD-Schlagwortes "vorsorgender Sozialstaat, ging es ganz besonders in dieser Woche darum, rauszugehen und sich die Arbeit der sozialen Einrichtungen in den Wahlkreisen einmal genauer anzuschauen und zu gucken, wo die Politik in Zukunft mehr tun kann und sollte. Die SPD-Landtagsabgeordnete fragte zum Schluss des Gespräches auch noch einmal gezielt nach den Wünschen, die die Mitarbeiter der Frühförderstelle an die Politik hätten. "Mit Geld kürzen und sparen kommt man nicht weit", antwortet Sarah Bauermeister direkt. Natürlich sei "das liebe Geld", das vom Land zur Verfügung gestellt wird, zu wenig, und es müssten mehr finanzielle Mittel in den Bereich der Frühförderung fließen. "Die Menschen sollen auch wieder mehr Spaß bekommen, einen sozialen Beruf zu erlernen, deshalb sollte die Vergütung auch angepasst werden", lautet ebenfalls ein Wunsch an die Politikerin, die im Gegenzug verspricht, sich dafür stark zu machen, da sie selbst wisse, wie wichtig diese Einrichtungen seien. Außerdem will sie für bessere Rahmenbedingungen kämpfen (v.re.). ■ feh




